Mailaustausch

 

6. Mailaustausch

Vergleiche auch: "Prinzipielle Funktionsweise"

6.1. Echomail

Der Austausch von öffentlichen Nachrichten, der sogenannten Echomail, hat das Ziel möglichst schnell möglichst viele Menschen zu erreichen. Zu diesem Zweck existieren Strukturen, wie sie sich auch in kommerziellen Verteilerstellen, z.B. der Deutschen Post AG finden.

Eine Nachricht wird z.B. vom Benutzer einer Mailbox in einen Bereich geschrieben, der sich mit dem Thema »Segeln« beschäftigt. Anschließend wird die Nachricht in eine Art Paket zu anderen, bereits geschriebenen Nachrichten gepackt. Zu bestimmten Zeiten (ein- bis viermal pro Tag) werden die Nachrichten, die bis dahin geschrieben wurden mit dem übergeordneten Verteiler, dem sog. Hub, ausgetauscht.

Dort wird das Paket ausgepackt. Es wird nachgesehen, ob noch andere Mailboxen den Bereich »Segeln« abonniert haben. Die Nachricht wird nun dementsprechend in die bereitstehenden Pakete einsortiert.

Dasselbe geschieht mit Nachrichten aus den anderen Bereichen. Dieser Hub ist vergleichbar mit dem regionalen Postamt. Dort werden die Briefe, die im Kreis bleiben sollen, auch nicht bis zum nächsthöheren Verteiler weitergeschickt. Ebenso, wie für die anderen Mailboxen, wird genauso für den sog. Host, der in diesem Fall der nächsthöhere Verteiler ist, ein Paket geschnürt, in dem nun unsere Beispielnachricht zusammen mit den Nachrichten von Benutzern anderer Mailboxen enthalten ist.

Der Hub sendet also die Nachrichten weiter an den Host. Es geschieht wieder das gleiche wie zuvor beim Hub. Nachrichten werden dort für andere Hubs bereitgelegt, von den Hubs abgeholt. Diese liefern beim Abholen der Nachrichten ihre, für den Host bereitliegenden, Nachrichten gleich ab. Ein Host kann im Normalfall ein Bundesland abdecken. Eine Reihe von Hosts bilden den sog. »Backbone« (engl. Wirbelsäule), das Rückgrat des Netzes. Das bedeutet, daß alle Nachrichten untereinander ausgetauscht werden können. Wenn unsere Beispielnachricht also auf dem Backbone ist, kann sie in ganz Deutschland gelesen werden. Die Nachricht geht nun vom Host zum Hub und von dort zur Mailbox (Node = Netzknoten). Dort kann sie dann vom Benutzer gelesen werden.

Fazit: Mit wenig Aufwand können innerhalb kürzester Zeit viele Menschen erreicht werden.

6.2. Netmail

Im Gegensatz Echomail hat eine Netmail nur einen einzigen Empfänger. Deshalb wird sie oft auch private oder persönliche Nachricht genannt. Der Weg einer Netmail unterscheidet sich von dem einer Echomail im Prinzip nur unwesentlich. Der einzige Unterschied besteht darin, daß eine Netmail eben nicht verteilt wird, sondern als Ziel nur einen bestimmten Benutzer hat. Jedoch hat die Netmail, obwohl sie nur einen Empfänger hat, nicht den Status eines Briefes. Sie kann prinzipiell von jedem der befördernden Systeme eingesehen werden. Dies hat technische Gründe. Um das zu vermeiden, gibt es die Möglichkeit, eine persönliche Nachricht per »Crash« zu verschicken. Dies ist der direkte Weg vom Absender per Telefonleitung zum Empfänger.

Die Vorteile liegen auf der Hand: die Nachricht ist sofort da, und sie kann von niemandem eingesehen werden. Der Nachteil ist ebenso offensichtlich: es ist teuer.

B11

Darstellung der Netzstruktur (Verbindungen) mit dem Programm Fidomap Version 2.10

7. Regeln

7.1. Allgemeine Regeln für User

Die wichtigsten Regelungen im FidoNet lauten sinngemäß:

Pseudonyme sind allgemein NICHT erlaubt. Im FidoNet will man wissen, mit wem man es zu tun hat.

Briefe, die einen Straftatbestand erfüllen, führen zum sofortigen und endgültigen Ausschluß aus dem Netz. Darunter fällt z.B.:

volksverhetzende / rassistische Propaganda
unsittliche Angebote
Angebote illegaler Disketten-Kopien oder Band-Kopien
Aufforderungen zu Straftaten

Öffentliche, beleidigende Briefe (Flames) sind allgemein unerwünscht und können zum Ausschluß von der jeweiligen Echo-Abteilung führen.

Die Echomail dient dem Austausch von Informationen, die für die Allgemeinheit von Interesse sind. Jeder Brief wird an alle anderen FidoNet-Systeme weitergeleitet und verursacht so allen beteiligten Sysops Kosten. Persönliche Mitteilungen sollten sinnvollerweise als Netmail deklariert werden, damit sie auch nur zu dem einen Ziel-System transportiert werden muß. Öffentliche Briefe wie : »Hallo Peter, wie geht's denn so ?« verärgern mit Sicherheit eine Menge Leute.

Die öffentlichen Echo-Abteilungen sind fast alle themengebunden. Ein »Echo-Moderator« achtet darauf, daß nicht zu weit vom Thema abgewichen wird; seinen Aufforderungen ist Folge zu leisten. Das Thema und eventuelle 'Regeln' für die Abteilung schickt der Moderator meist einmal im Monat in das Echo; sie sind aber in jeder vernünftigen FidoNet-Box auch als Text-Datei verfügbar. Der wiederholte Verstoß gegen die jeweiligen Echo-Regeln führt zum Ausschluß von dem Echo.

Zuletzt was Technisches: Umlaute und Grafik-Sonderzeichen sind im FidoNet in der Regel NICHT erlaubt. Es werden nur ASCII 7-Bit-Codes im Bereich 32..127 verwendet, damit alle Rechner-Typen am Netz teilnehmen können. Diese Regel kann durch den Moderator eines Echos aufgehoben werden, wenn es für den Inhalt des Echos sinnvoll ist.

7.2. Spezielle Regeln für Nodes

Damit der Netzbetrieb innerhalb des FidoNet in geregelten Bahnen läuft sind spezielle Regeln erstellt worden. Sie sind meist in englischer Sprache verfaßt und werden nur sehr selten geändert. Die Tragweite und der organisatorische Aufwand wären einfach zu hoch. Die wichtigsten Regelwerke sind:

Policy 4.07
Echopolicy
RegPol 5.1.2


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© Harald Meyer          Aktualisiert am: 12.05.98