Notwendige Technik

 

9. Notwendige Technik

9.1. Computer

Um an der DFÜ (in diesem Fall FidoNet) teilnehmen zu können, reicht unter dem Betriebssystem DOS schon ein Computer mit einem 286 Prozessor 2 MB Hauptspeicher und eine Festplatte mit etwa 100 MB.

Nun hat die sehr schnellebige Entwicklung von Soft- und Hardware es mit sich gebracht, daß ein Computer eigentlich nicht schnell genug sein kann und massenhaft Speicher braucht. Einige Beispiele sollen das verdeutlichen:

Für DFÜ-Programme, die unter dem Betriebssystem DOS arbeiten, wird heut ein 486 Prozessor, 4 MB Hauptspeicher und eine Festplatte mit etwa 500 MB erwartet. Für den »Normalanwender« spielt diese Konfiguration kaum noch eine Rolle. Entweder haben die User ein grafisches Betriebssystem oder der betreffende Computer läuft unter einem kleinen Netzwerk. Beide Varianten benötigen wesentlich mehr Leistung (Prozessor, wie Speicher).

Das etwas betagte Betriebssystem WINDOWS 3.11 braucht wenigstens einen 486 Prozessor, 8 MB Hauptspeicher (besser 16 !) und eine Festplatte mit 500 MB Speicherplatz.

Das Betriebssystem WINDOWS 95, WIN/NT erwartet als Prozessor einen Pentium 100 und an Hauptspeicher mindestens 16 MB (besser 32 MB). Da das Betriebssystem selbst einen Großteil an Festplattenplatz braucht, sollte die Festplatte wenigstens 1 GB Speicherplatz bieten.

Unter dem Betriebssystem OS/2 Version 4.0 benötigen die entsprechenden DFÜ-Programme einen Computer mit einem Pentium 100 (besser 133), 32 MB Hauptspeicher und mindestens eine Festplatte mit 1 GB Speichervolumen.

Nicht verschweigen möchte ich, daß es auch Möglichkeiten gibt, Fido-Software unter anderen Computern (z.B.: Amiga, Atari, Macintosh) zu betreiben. Mir persönlich sind aber die Programme nicht bekannt (ich besitze selbst nur IBM-kompatible Systeme).

9.2. Analoge Datentechnik

Darunter zählen die Modems, die es als interne (im Computer eingebaute) oder externe (an die serielle Schnittstelle - V.24 / RS232 angeschlossene) Geräte für die notwendige Wandlung der Signale zuständig sind. Sie stellen die Verbindung zwischen Computer und dem Telefonnetz her. Einfacher zu handhaben sind die externen Geräte, da der jeweilige Betriebszustand über LED angezeigt werden.

Moderne Modems können heut aber wesentlich mehr, als nur die Daten für die DFÜ zu übertragen. Je nach Ausstattung kann ein Modem auch als Anrufbeantworter (Voice-Funktion) oder / und Faxgerät eingesetzt werden.

Entscheidend für die Datenübertragung ist die Übertragungsgeschwindigkeit, die sich in den letzten Jahren stetig erhöht wurde. Als Minimum kann heut 14400 bps (V.32bis) angesehen werden. Solche Modems werden heute nur noch sehr selten angeboten. Als Standart hat sich die Geschwindigkeit von 28800 bps (V. 42bis) durchgesetzt. Die maximale Geschwindigkeit, die heut mit Modems erreicht werden, beträgt 33600 bps (V.34plus). Diese, für Modems, recht hohe Geschwindigkeit setzt sich aber kaum noch durch. Die ISDN-Technik, mit wesentlich höheren Geschwindigkeiten löst zunehmend das Modem ab.

Wegen der recht hohen Geschwindigkeit, innerhalb des analogen Telefonnetzes, wurden Übertragungsprotokolle eingeführt. Diese sorgen dafür, daß unvollständige Daten erneut angefordert werden und der Anfang und das Ende von Dateien erkannt werden.

Eine weitere notwendige Absicherung ist der sogenannte »FIFO«. Dabei handelt es sich um einen kleinen Zwischenspeicher der Schnittstelle (COM). Dort werden empfangene Daten solange zwischengespeichert, bis der Prozessor die Zeit hat, die Daten von der Schnittstelle zu holen.

9.3. Digitale Technik (ISDN)

ISDN ist ein voll digitalisiertes Netz, bei dem es möglich ist, über sogenannte B-Kanäle (Nutzkanäle) jeweils 64 kbit (ohne Kompression) zu übertragen. Das können Nutzdaten aus einem PC sein, Bildinformationen oder einfache Sprache. Durch die Möglichkeit diese B-Kanäle zu bündeln, kann man so leistungsstarke Kommunikationsnetze realisieren. ISDN steht für Integrated Services Digital Network.

Man unterscheidet zwischen zwei Arten eines ISDN-Anschlusses, einem sog. Basisanschluss (dieser beinhaltet zwei B-Kanäle und einen D-Kanal) und einem sog. Primaermulitplexanschluss (30 B-Kanäle und ein 64KBit D-Kanal). Der Primaermulitplexanschluss dürfte wohl nur für Grosskunden von Interesse sein (Kostenfrage).

Die zweite Möglichkeit ist ein »Mehrgeräteanschluss«.

Ein »Mehrgeräteanschluss« (Telekom-Deutsch: »Basisanschluss in Mehrgeräteanschluss«) ist ein Bus (der sogenannte S0-Bus), an den bis zu 8 Geräte direkt angeschlossen werden können. Davon können aber nur maximal zwei an einer Verbindung teilnehmen können, da ja nur zwei B-Kanäle da sind. Jedes Gerät "sieht" alle Anrufe und entscheidet anhand der angerufenen Nummer und der Dienstekennung, ob es den Anruf annimmt oder nicht. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Verbindungen der Geräte untereinander sind nicht möglich, nur ein Selbstanruf über die Vermittlungsstelle (auf einem B-Kanal raus und auf dem anderen wieder rein), das kostet aber Citytarifgebühren.

Für die DFÜ allgemein ist es sinnvoll einen »Mehrgeräteanschluss«, an den bis zu 8 Geräte direkt angeschlossen werden können, zu beantragen.

Zusätzlich kann noch das Leistungsmerkmal Gebühreninformation während der Verbindung (wird von verschiedenen DFÜ-Programmen unterstützt) für 1,50 DM pro B-Kanal, also 3,-- DM pro Monat.

Für den Computer braucht man ISDN-Karten. Diese Karten können im grossen und ganzen das, was ein Modem auch kann. Wählen, Daten verschieben, Faxen. Allerdings kann eine solche ISDN-Karte nicht mit einem normalen Modem kommunizieren, da ein anderes Protokoll verwendet wird.

Es gibt allerdings auch ISDN-Karten/Modems (externe). Zum Beispiel von Elink, Elsa und von Zyxel; diese Geräte haben ein analoges Modem auf der ISDN-Karte integriert und können so beide »Normen«. Der »Nachteil« dieser Kombigeräte ist der recht hohe Preis.

Wenn man nicht sie hohen Kosten für so ein Kombigerät berappen will, kann man entweder nur seine analoge Leitung behalten, oder man greift auf eine kleine TK Anlage zurück.

In der Regel wird man sich also eine ISDN-Karte anschaffen und zusätzlich eine TK-Anlage, damit die anderen analogen Endgeräte (Telefone und Modems) auf konventionelle Art und Weise anschließen zu können.

Bei den ISDN-Karten wird unterschieden zwischen aktiven und passiven Karten.

Aktive Karten haben einen eigene Prozessor und ermöglichen es dadurch schneller zu arbeiten und den Prozessor des Computers nicht zu belasten. Diesen Vorteil muss man in der Regel allerdings teuer bezahlen. Aktive Karten sind um ein vielfaches teurer. Sinnvoll ist die Anschaffung einer aktiven ISDN-Karte nur bei Netzwerkservern, sehr vielen ISDN-Lines oder bei Anwendung unter dem Betriebssystem DOS (Speicherproblem: Eine passiven Karte kann erst durch mehrere notwendige Treiber funktionieren - oftmals reicht der restliche Speicher dann nicht mehr für die eigentliche Anwendung).

Im Normalfall reicht also eine passive ISDN-Karte. Diese sind heut sehr preiswert. Da diese Karten nur mit Treibern laufen, muß man sich erkundigen, ob diese Karte für das bestimmte Betriebssystem unterstützt wird (trifft in erster Linie für die »CAPI-Treiber« und den »CFOS« zu).

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© Harald Meyer          Aktualisiert am: 12.05.98