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12. Kommunikation mit und über Computer
- Es ist ein offenes Geheimnis - die Hauptthemen im FidoNet betreffen den Computer und die
entsprechenden Programme die eben auf diesen laufen sollen. Und da gibt es wirklich noch
viele offene Fragen. Schuld an dem Dilemma ist die schnellebige Zeit, was Computertechnik
und Anwendungen (Software) betrifft. Dazu kommt noch, daß die Intervalle, in den die
Technik und die entsprechende Software in neuen Versionen auf den Markt kommen, immer
kürzer werden.
13. Kommunikation über das Thema Computer hinaus
Wie schon unter Punkt "8. Inhalte des Netzes (Echos)"
beschrieben sind die Inhalte des FidoNets sehr umfangreich. Für nahezu jede Lebenslage
existiert ein eigenes (oft deutschsprachiges) Echo. Die Qualität der Inhalte ist jedoch
sehr verschieden. Sie hängt in erster Linie von den Usern ab, die sich an der Diskussion
beteiligen möchten. Bei sehr speziellen Themen kann es auch passieren, daß keine Antwort
kommt. Es fehlt also der kompetente Gesprächspartner. Jetzt hat man als Hilfesuchender
nur die Möglichkeit zu einem späteren Zeitpunkt sein Problem erneut vorzubringen oder
mit seiner Frage in ein anderes Echo auszuweichen. Dabei sind aber steht's die Regeln der
einzelnen Echos zu befolgen.
14. Lose Treffen und Begegnungen
- Die oft regelmäßigen Treffen, die ich auch selbst besuche, dienen nicht nur den
typischen Computergesprächen. Wichtiger ist in der Regel die persönliche Begegnung, die
ein Computerkontakt nicht bieten kann.
- Verblüffend sind auch die Klarstellungen und Berichtigungen von Mißverständnissen,
die durch die Kommunikation über den Computer entstanden sind. Typische Wortwendungen
sind dann: »Das habe ich aber anders gemeint.« oder »So habe ich das aber nicht
verstanden.«
- Es ist also klar festzustellen, daß die Kommunikation über den Computer, zwar viele
Fragen und Probleme lösen kann aber ein persönliches Gespräch damit nicht ersetzt wird.
Diese Erkenntnis hat besondere Bedeutung für das Lernen mit dem Medium Computer. Die
sogenannte »Virtuelle Universität«, wie sie jetzt öfters im Internet angedacht wird,
kann nur ein Hilfsmittel für Studenten (und Dozenten) sein. Die eigentliche Universität,
mit der Möglichkeit sich mit anderen Studenten oder Dozenten auseinander zu setzen, wird
keineswegs überflüssig werden.
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- In der DFÜ-Szene ist diese Art der Begegnung - eben das zwanglose Treffen - wohl
die verbreitetste Version. Solche losen Treffen finden meist in Gaststätten statt. Dabei
werden oft ungeschriebene »Gesetze« beachtet. Das wichtigste »Vereinbarung« ist meist:
keinen Computer auf solch ein Treffen mitzubringen. Das hat durchaus seinen Sinn. Zu
solchen Begegnungen kommen oft Ehepartner oder Freundinnen/Freunde mit, die keinen Bezug
zum Computer haben. Um diesen Personenkreis nicht auszuschließen, sind
»Computervorführungen« sehr verpönt.
- Bei tatsächlichen Problemen, die den Computer oder organisatorische Fragen betreffen,
ziehen sich die interessierten Personen oft zurück oder setzen sich gemeinsam an einen
extra Tisch. Wenn das Problem gelöst ist (oder auch nicht) findet man die User wieder
verstreut in der »offiziellen« Runde wieder.
- Der Sinn solcher Treffen ist eben der persönliche Kontakt von Usern und einfach Spaß
und Freude zu erleben.
- Ein anderer »Nebeneffekt«, der für die FIDO-Szene nicht ganz unwichtig ist, kommt
natürlich auch vor. Die eigentlich unbeteiligten Freunde und Ehepartner begeistern sich
in einer solchen Runde eher für der Computer und eben die Nutzung als
Kommunikationsmittel. Die Erfahrung, daß User, die aktiv im FidoNet sind, auch nur
Menschen sind, die auch Fehler machen, erleichtern den Einstieg in das FidoNet. Oft wird
auch entsprechende Hilfe angeboten, die bei den individuellen Voraussetzungen (Fachwissen
aber auch Betriebssystem und Hardware sind damit gemeint), dringend nötig sind.
15. Kontakte, die über den Computer hinaus reichen
- Nun sind solche Treffen in der Regel kein Eheanbahnungsinstitut. Aber Freundschaften,
die über eine reine Konversation hinaus gehen, entstehen sehr wohl. Beobachtet habe ich
konkrete Freundschaften zwischen Familien, die in ähnlicher Situation (Kinder;
Kindererziehung usw.) sich befinden. Das Thema »Computer« tritt dann ganz in den
Hintergrund - war aber eben die Grundlage für das Kennenlernen.
16. Vereine und Vereinsarbeit
- Eine Box verschlingt nun einmal eine Menge Geld. Um Fortbestand und Ausbau
sicherzustellen, ohne sein Privatvermögen unverhältnismäßig zu belasten, wird sich
jeder Sysop früher oder später Gedanken darüber machen, wie er von den Nutznießern,
also den Usern und Points, finanzielle Unterstützung eintreiben kann.
- Eine gut organisierte Box setzt nun einmal eine solide Finanzierung voraus!
- Leider hat die Praxis gezeigt, daß die User erst dann Geld rausrücken, wenn ihnen eine
konkrete Gegenleistung winkt. Von einem sporadisch herübergereichten Zwanziger kann kein
Sysop auf Dauer seine Box finanzieren, d.h. kalkulierbare Einnahmen sollten vorhanden
sein.
- Spätestens jetzt, könnten Probleme mit dem Finanzamt entstehen.
- Viele Sysops gewähren einen besseren Status oder die Einrichtung eines Points gegen die
Leistung einer "Spende".
- Das geht nicht! Eine Spende muß grundsätzlich ohne Erwartung einer Gegenleistung
erbracht werden! Ausnahme: Spendenquittung, die z.B. ein gemeinnütziger Verein ausstellen
darf. Wenn Euch das Finanzamt auf die Schliche kommt, müßt ihr möglicherweise die
Einnahmen der letzten Jahre nachversteuern!
- Für eine saubere Lösung gibt es scheinbar nur zwei Wege:
16.1. Gründung einer Firma
- Dies lehnen jedoch viele Sysops wegen des Verwaltungsaufwandes (Finanz-,
- Anlagen-Buchhaltung,..) oder aus ideellen Gründen ab. Vorteil: Ausgaben
- können steuerlich geltend gemacht werden (z.B. auch Vorsteuer auf Telefoneinheiten ab
1.1.96)
16.2. Gründung eines eingetragenen Vereins (e.V.)
- Voraussetzung:
 | 7 Gründungsmitglieder. |
 | Erstellen einer Satzung & Gründungsprotokoll. |
 | Damit zum Notar gehen (Kostet etwa 50 Mark). |
Der Notar reicht die Gründung dann beim Amtsgericht ein. Nach 3-4 Monaten erhält man
dann den Auszug des Vereinsregisters. Damit und mit der Satzung noch zum Finanzamt gehen.
Die legen v.a. Wert auf die Formulierung des Vereinszweckes und die Geldverwendung im
Falle einer Auflösung des Vereins.
- Der Verein benötigt einen Vorstand (mindestens bestehend aus 1. Vorsitzender,
Kassierer, Schriftführer)
Als Beispiele können aus der CCWN
- Tel: 07151-9932-40 analog 2:246/1401
- 07151-9932-50 ISDN 2:246/1402
- folgende Files bezogen werden:
SATZ94.TXT Satzung
- GESCHO94.TXT Geschäftsordnung
- BEITRITT.ASC Aufnahmeantrag für Voll-Mitglieder
- FOERDERN.TXT Infos über den Status "Förderndes Mitglied"
- CC-INFO.TXT Info zum Computerclub Waiblingen e.V.
Die Erlaubnis, diese Texte als Basis eigener Dokumente zu benutzen ist hiermit
ausdrücklich gewährt.
- Anmerkung: Der Computerclub Waiblingen e.V. wurde nicht extra zum Betrieb der Box
gegründet. Er existiert bereits seit 1984, während die CCWN-Box erst 1990 aufgebaut
wurde. Zur korrekten Abwicklung der zu erwartenden User-Einnahmen wurde lediglich eine
Satzungsänderung erforderlich. Es wird also unterschieden zwischen Vollmitgliedern, die
auch an den wöchentlichen Treffen anwesend sind und fördernden Mitgliedern, die nur in
der Box einen besseren Status wollen. Letztere haben im eigentlichen Vereinsleben nur
eingeschränkte Rechte.
- Die Nutzer werden also zu MITGLIEDERN des Vereins. Da Mitgliedsbeiträge nicht der
Steuerpflicht unterliegen, sind die Einnahmen also korrekt verwaltet. Da der Verein keine
Steuern bezahlt können die Ausgaben natürlich auch nicht steuerlich geltend gemacht
werden. Trotzdem sollte auf eine ordentliche Buchführung (einfache
Einnahme-Überschußrechnung genügt) Wert gelegt werden, weil das Finanzamt
möglicherweise Steuererklärungen anfordert.
- Als Verein tut man sich leichter, zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen, z.B.
Ausschank auf einem Stadtfest. Wenn ich mich nicht irre ist hier ein Gewinn von DM 7500.--
erlaubt, ohne daß dafür Steuern bezahlt werden müssen. Allerdings gibt es hier noch
eine Portion weiterer Vorschriften (Bsp.: Dauer & Häufigkeit der Veranstaltung), die
erfüllt sein müssen. Man kann also nicht jedes Wochenende Bier zapfen, um die Boxkasse
zu füllen.
- Vereine tun sich auch leichter, wenn es darum geht, Räumlichkeiten von der Gemeinde zu
bekommen, um z.B. Treffen, Schulungen, etc. durchzuführen.
- Die Kombination aus "Firma" und "Verein" stellt eine Besonderheit
dar: ein Verein kann auch einen "steuerpflichtigen Zweckbetrieb" unterhalten.
Typisches Beispiel: Kneipen in Vereinsheimen.


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